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Review by Achim Breiling (http://www.babyblaue-seiten.de/album_12962.html#oben)

Für ihr fünftes Studioalbum haben sich Aranis etwas Besonderes ausgedacht. Nur zwei der 12 Stücke von "Made In Belgium" stammen aus der Band (von Joris Vanvinckenroye bzw. Ward De Vleeschhouwer - dem neuen Mann am Piano). Die restlichen Nummern stammen von zeitgenössischen belgischen Komponisten, die die Gruppe kontaktiert und um Beteiligung an dem Projekt gebeten hat. Man hatte nämlich festgestellt, dass man Teil einer Bewegung, eines Stiles ist - "Belgischer Kammerrock" - und wollte, nach 10 Jahren Bandgeschichte, eine Art Bestandsaufnahme des Stils liefern und auch einen Überblick über dessen Protagonisten.

So finden sich unter den beteiligten Komponisten meist Kammerrocker, die auch auf den Babyblauen Seiten keine Unbekannten sind. Daniel Denis (Univers Zero) und Roger Trigaux (Present, Univers Zero) repräsentieren die Väter der Bewegung, Jan Kuijken (Louise Avenue, Fukkeduk) und Geert Waegeman (Cro Magnon) dann die nächste Generation. Die Namen der restlichen Tonsetzer tauchen wohl das erste Mal auf den BBS auf, darunter der des belgischen Minimal-Avantgade-Urgesteins Wim Mertens, bewegen sie sich doch vornehmlich in jazzigen oder klassischen Klanggefilden.

Mit leicht reduzierter Besetzung, es gibt nur noch ein hochlagiges Streichinstrument, rocken sich Aranis wie eh und je auf druckvolle Art und Weise durch die 12 Nummern, wie immer fast ausschließlich auf akustischen Instrumenten. Perkussion kommt im Gegensatz zum Vorgänger (siehe "RoqueForte") nicht zum Einsatz, wobei es allerdings durchaus die eine oder andere perkussive Einlage gibt (in Wouter Vandenabeeles "Le Feu" z.B.), wenn die Körper der Instrumente für ebendieses eingesetzt werden. In Wim Mertens' "Gentlemen of Leisure" gibt es zudem getragen-gezogene Touch-Guitarklänge von Trey Gunn.

In stilistischer Hinsicht hat sich die Musik von Aranis natürlich kaum verändert. Auch "Made In Belgium" bietet den charakteristischen Acoustic Chamber Rock, den man von den Belgiern kennt. Das Album wurde ja geradezu dazu aufgenommen, diesem ein Denkmal zu setzten. Und das ist durchaus gelungen. Die vielen Köche sorgen hier einmal dafür, dass der Klangbrei ausgesprochen schmackhaft, will sagen abwechslungsreich und farbig geraten ist. Sehr rhythmische, fast harte Nummern - Jan Kuijkens kerniges "Nonchalance" (welch grandioser Einstieg!), oder Roger Trigaux zeuhlig-sperriges "Ersatz" (im Original auf "Le poison qui rend fou" zu finden) - stehen neben lockeren Tongemälden (Arne Van Dongens "Where is Grommit" z.B.), schon fast klassisch zu nennendem Kammerrock (die beiden Stücke der Aranis-Mitglieder), minimalistisch-repetiven, aber nie langweiligen Exkursen (die beiden Nummern von Mertens) und folkigen Avant-Tanzstücken (z.B. "Viaggio fra due fini" von Dick van der Harst oder der Beitrag von Daniel Denis).

"Made In Belgium" ist eine ausgesprochen kurzweilige Angelegenheit, die jedem Fan des Belgischen Kammerrocks und natürlich all jenen, die herausfinden möchten worum es sich denn dabei handelt, sehr zu empfehlen ist!


Aranis is genomineerd voor beste buitenlandse album 2010 (ProgAwards)!

De Standaard 20/11 over Aranis RoqueForte

"...Dynamisch, jazzy en folky tegelijk, en een pact tussen geschoolde ernst en spontane energie: dat is ook Roqueforte ( ) van Aranis. Hier klinkt niet de sierlijkheid van Zefiro Torna, noch de grillige zotheid van Aurelia. Aranis klinkt meer uitgemeten, met een strakke maat en flink wat minimalisme als inspiratie.
Joris Vanvinckenroye componeerde elf instrumentale stukken. Hij zet rust tegenover jachtigheid en zoekt intense druk. Tussen elke repetitieve compositie staat een 'Ade', een trage zoemtoon die versierd wordt met ijl pianospel. Aranis heeft wat meer tijd nodig om door te dringen, omdat verwacht wordt van de luisteraar dat hij in minder ook meer voelt..."

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